Kaffeefahrt nach Basel


Endlich Mal wieder stand ein Auswärtsspiel der Nationalmannschaft an. Diese Mal sollte uns der Weg nach Basel führen, wo e gegen die nicht für die EM qualifizierten Schweizer bringen. Bereits vor der Euro 2008 traf man sich ja dort zu einem Freundschaftskick – wie freundschaftlich es diese Mal zuging, sagt das Ergebnis sehr deutlich.

Da wir Angst hatten, dass Spiel könnte so kurz vor der Euro ein Heimspiel für Deutsche im Ausland geben, entschieden wir uns für die sichere Variante und buchten die Bustour bei Ansgar und Heiko. Das hieß allerdings auch: Um 4.00 Uhr aufstehen, knapp 30 Stunden ohne Schlaf und unbedingt den Zug um 5.36 gen Frankfurt erreichen. Und tatsächlich fanden sich auch alle 9 nordhessischen Fußballfreunde rechtzeitig zur Abfahrt ein.

Sogar der Vorsatz „auf der Hinfahrt keinesfalls schon Alkohol zu trinken“ hielt bei Jürgen, Matze und mir bis 6.45 Uhr an… Die Bild Zeitungs-Schlagzeile ließ uns auch schon wieder schmunzeln („Jogi, wir wollen Törli!“ – ich möchte echt Mal wissen, wer immer wieder auf solch grandiose Ideen kommt?) Und so kamen wir bestens gelaunt gegen 8.30 Uhr in Frankfurt an, wo schon Teile der Reisegruppe Marx/Florschütz auf uns warteten. Da darunter auch viele altbekannte Gesichter waren, herrschte auch gleich wieder gute und lockere Stimmung bei allen Beteiligten. Diese stieg noch an, als Heiko versprach, „auf keinen Fall mit zum Finale“ zu fliegen, falls es denn unsere Jungs bei der EM erreichen sollte. Nachdem man noch Teile der Sektion Rheinland am Flughafen eingeladen hatte, ging es auch schon auf die Autobahn gen Basel. Die Mitnahme der Sektion Rheinland sollte sich übrigens im weitere Verlauf als echter Gewinn für die Fahrt erweisen sollten – jedenfalls habe ich selten so gute selbstgemachte Nussecken gegessen, es schien auch so, als sollte der Nachschub einfach nicht versiegen.

Nachdem wir die erste Rast souverän hinter uns brachten, stieg das erste Highlight des Tages – die von Marc durchgeführte Tombola. Soll man es als Frechheit bezeichnen oder doch Kundenbindung? Jedenfalls griffen wir Nordhessen souverän die ersten 3 Plätze ab. Jürgen und ich freuten uns über das von ihm gewonnen Sixpack, Florian freute sich riesig über den Gewinn von 2 Karten für ein Heimspiel des FSV und der Sportkamerad Anthes griff 2 Tickets für die Bootstour gegen Argentinien ab. Die weitere Fahrzeit vertrieben wir uns damit, diverse Kaltgetränke zu uns zu nehmen und bis auf einen kurzen Zwischenstopp an der Grenze, gab es keine weiteren nennenswerten Vorkommnisse.

Nachdem wir uns am Güterbahnhof des Industriegebietes orientiert hatten, fanden wir auch zügig die Gaststätte St. Jakob, direkt gegenüber vom Stadion. Der Biergarten kann vorbehaltlos empfohlen werden, auch wenn wir schnell feststellen mussten, dass es die Bedienung nicht so mit dem Rechnen hatte. Für Schweizer Verhältnisse fand ich sogar die 5 € für ein 0,5er Bier akzeptabel. Als besonders angenehm empfand ich die, im Gegensatz zu manchen Länderspielen in der letzten Zeit, sehr lockere Atmosphäre rund um das Spiel. Man saß einfach in der Sonne und konnte sein Bier genießen. Offensichtlich ließ sich unsere Mannschaft von dieser Stimmung anstecken. Anders lässt sich die 3-5 Klatsche mit teilweise haarsträubenden Fehlern nicht erklären. Doch interessierte uns alle das Ergebnis nur am Rande, denn erstens war der Unterhaltungswert hoch und zweitens hatte man immer das Gefühl, als handele es sich bei dem was man da sieht um eine willkommene Bewegungstherapie. Man kann auch sagen, dass das Wort „Sommerfußball“ selten so sehr zutraf, wie bei dem, was da auf dem Spielfeld passierte.

Noch überraschender als der Spielverlauf war – zumindest für mich – dass wir einen gerade Mal zur Hälfte gefüllten deutschen Block vorfanden. Offenbar hatten da Einige schon den Braten gerochen. Was uns allerdings freute, war die auffallend lockere Atmosphäre vor, während und nach dem Spiel. Zu unserer Verblüffung (und Freude…) war sogar alkoholhaltiges Bier im Ausschank und die Bedienungen war erfreulicherweise verhandlungsbereit, was den Bierpreis anbetraf Zum Spiel selbst wurde eigentlich alles gesagt. Das einzig wirklich Unerfreuliche an diesem ansonsten schönen Tag war, dass wir nach dem Spiel in der o.g. Gaststätte einfach kein Bier mehr bekamen.

Dass wir am Bus dann einheimisches Bier zur Verköstigung bekamen, ließ Schlimmes erahnen, was die Biervorräte im Bus betraf. Und die Befürchtungen betätigten sich, als Ansgar die Rast auf der Heimfahrt mit den Worten ankündigte, dass wir uns möglichst selbst mit Bier versorgen sollen, da keines mehr an Bord sei. Wie viel tatsächlich mitgenommen wurde, blieb ein Geheimnis. Da wir diesbezüglich allerdings sehr flexibel sind, konnten wir auch dieses Problem äußerst unbürokratisch im Tankstellen Shop lösen… Ansonsten gab es keinerlei berichtenswerte Zwischenfälle auf der Heimfahrt, so dass wir gegen 1.00 Uhr wieder wohlbehalten in Frankfurt ankamen. Die Zeit bis zur Zugabfahrt um 5.26 Uhr vertrieben wir uns dann in Sachsenhausen, wo zwei Junggesellenabschiede für reichlich Unterhaltung bei uns sorgten. Allerdings frage ich mich bis heute, ob der Typ, der nur Oberkörperfrei getanzt hat, dies freiwillig gemacht hat!?

Nachdem wir aber auch das alles überstanden hatten, kamen wir gegen 8.30 Uhr wohlbehalten von dieser schönen „Kaffeefahrt nach Basel“ zurück. Ich habe zwar meine erste Auswärtsniederlage einstecken müssen, aber wirklich weh getan hat das dieses Mal auch keinem. Im Gegenteil: Bei jedem Einzelnen war die Vorfreude auf die anstehende Europameisterschaft zu spüren, die wir auch wieder mit der „Busgruppe Marx/Florschütz“ angehen werden. Von unserer Seite Mal wieder ein großes Danke für den reibungslosen Ablauf und auch nochmal einen Gruß an die netten Leute der Sektion Rheinland. Wir sehen uns nächste Woche an der Raststätte Kirchheim und anschließend in Lemberg… ;-)